Aufbau der Wirbelsäule

Aufbau Wirbelsäule | In diesem Artikel zeige ich dir den allgemeinen Aufbau der Wirbelsäule. Das Verständnis zum Aufbau der Wirbelsäule ist wichtig, wenn man beispielsweise die Körperhaltung beurteilen möchte. Wie du die Körperhaltung beurteilen kannst, erkläre ich dir in dem verlinkten Beitrag.

Aufbau der Wirbelsäule – Allgemein

Die Wirbelsäule (lat. „columna vertebralis“) liegt zwischen Kopf sowie Becken und macht etwa zwei Fünftel der Gesamtkörpergröße des Menschen aus. Cirka 25 % der Wirbelsäulenlänge entfallen auf die Bandscheiben (auch Zwischenwirbelscheiben genannt; lat. „disci intervertebralis“). Die Wirbelsäule besteht aus 24 freibeweglichen Wirbelkörpern (Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule) sowie aus zwei Abschnitten, in denen die Wirbelkörper miteinander verschmolzen oder verwachsen sind. Die freibeweglichen Wirbelkörper befinden sich alle oberhalb oder vor dem Kreuzbein. Daher werden sie auch als „präsakrale“ Wirbel bezeichnet (lat. „prae“ ≙ „vor“; „sakral“ ≙ „das Kreuzbein betreffend“). Wie es der Name bereits vermuten lässt, liegen die Bandscheiben als Zwischenwirbelscheiben (lat. „discus intervertebralis“, sg.) zwischen benachbarten Wirbelkörpern der freibeweglichen Wirbelsäule. In der Regel gibt es in dem freibeweglichen Bereich 23 Bandscheiben. Zwischen den ersten beiden Halswirbeln befindet sich keine Zwischenwirbelscheibe, weil die Wirbel etwas anders aufgebaut und demzufolge etwas anders miteinander verbunden sind. Die Wirbelsäulenabschnitte nach dem freibeweglichen Bereich sind das Kreuzbein (lat. „os sacrum“) und das Steißbein (lat. „os coccygis“). Dieses Abschnitte sind nicht freibeweglich, weil die einzelnen urspünglichen Wirbelkörper miteinander verwachsen sind.1–3

Betrachtet man die Wirbelsäule von der Seite (siehe Abb. 1), so stellt man fest, dass die Wirbelsäule nicht gerade von oben nach unten verläuft, sondern in verschiedenen Bereichen in eine bestimmte Richtung gekrümmt ist.1–3 Man spricht von einer Doppel-S-Form der Wirbelsäule.2 Diese typischen Wirbelsäulenkrümmungen sind wichtig, um u. a. Stöße abzudämpfen. Die Krümmungen werden als Lordose und Kyphose bezeichnet. Eine Lordose beschreibt eine Krümmung, die in Bauchrichtung nach außen gewölbt ist. Eine Kyphose verläuft in die andere Richtung und beschreibt demnach eine Krümmung, die zum Rücken hin nach außen gewölbt ist.1–3 Die folgenden Wirbelsäulenabschnitte weisen eine bestimmte Krümmung auf 1–3:

  • Halswirbelsäule (HWS): Lordose
  • Brustwirbelsäule (BWS): Kyphose
  • Lendenwirbelsäule (LWS): Lordose
  • Kreuzbein: Kyphose

In einem späteren Beitrag erkläre ich dir auch den Aufbau der Wirbel im Detail. Nachfolgend gebe ich dir erst einmal einen allgemeinen Überblick über den Aufbau der Wirbelsäule und beschreibe die verschiedenen Abschnitte der Wirbelsäule und ihre grundsätzlichen Besonderheiten.

Aufbau der Wirbelsäule
Abb. 1: Aufbau der Wirbelsäule – HWS, Halswirbelsäule; BWS, Brustwirbelsäule; LWS, Lendenwirbelsäule

Aufbau Wirbelsäule – Die einzelnen Abschnitte

Halswirbelsäule

Beim Aufbau der Wribelsäule machen die ersten 7 Wirbel die Halswirbelsäule aus. Die typische Bezeichnung von Halswirbeln beinhaltet den Buchstaben „C“ („C“ ≙ „cervicalis“ ≙ „zum Hals gehörig“). Der erste Halswirbel wird demzufolge als C1 bezeichnet. Zudem trägt der erste Halswirbel, passend zum gleichnamigen Titanen aus der griechischen Mythologie, auch den Namen Atlas (der Titan trägt die Welt auf den Schultern, C1 trägt den Kopf). C1 und C2 sind anders aufgebaut als C3 – C6. Und zwischen C1 und C2 befindet sich keine Bandscheibe. Der letzte Halswirbel C7 hat auch eine etwas andere Struktur als C3 – C6 und ist mit seinem Dornfortsatz als letzter Wirbel im Halsbereich in der Regel auch ziemlich gut tastbar.1–3

Brustwirbelsäule

Die Brustwirbelsäule besteht aus 12 Wirbeln. Die typische Bezeichnung von Brustwirbeln beinhaltet die Buchstaben „Th“ („Th“ ≙ „thoracalis“ ≙ „den Thorax betreffend“). Alle 12 Brustwirbel stehen auch mit den 12 Rippen in Kontakt. Die Wirbel der Brustwirbelsäule sind größer und dicker als die Wirbel der Halswirbelsäule.1–3

Lendenwirbelsäule

Die letzten 5 freibeweglichen Wirbel bilden die Lendenwirbelsäule. Die typische Bezeichnung von Lendenwirbeln beinhaltet den Buchstaben „L“ („L“ ≙ „lumbalis“ ≙ „zur Lende gehörig“). Durch die höhere Belastung in unteren Wirbelsäulenabschnitten sind die Wirbel der Lende deutlich größer als die übrigen.1–3

Kreuzbein

An die Lendenwirbelsäule schließt das Kreuzbein an. Die Abbildung 2 zeigt, dass das Kreuzbein gnaz leicht dreieckig geformt ist und aus 5 zusammengewachsenen Wirbeln besteht (im Laufe der körperlichen Entwicklung zusammengeschmolzen). Die typische Bezeichnung von Kreuzbeinwirbeln beinhaltet den Buchstaben „S“ („S“ ≙ „sacralis“ ≙ „zum Kreuzbein gehörig“). Zwischen L5 und S1 befindet sich eine Bandscheibe, welche sich am weitesten in das Becken hineinwölbt. Die Kontaktfläche für die Bandscheibe auf dem Kreuzbein ist die Kreuzbeinbasis („Basis ossis sacri“). Die Vorderkante der Basis wird zusammen mit der Bandscheibe als Promontorium („Promontorium ossis sacri“ ≙ „Vorwölbung der Kreuzbeinbasis“) bezeichnet. Das Kreuzbein hat eine gelenkige Verbindung zu L5 – das Lumbosakralgelenk. Außerdem bilden Kreuz- und nachfolgendes Steißbein ein Gelenk – das Sakrokokzygealgelenk.1–3

Aufbau der Wirbelsäule Kreuzbein
Abb. 2: Das Kreuzbein – Ansicht von hinten und vorne sowie von oben

Steißbein

Als letzter Abschnitt der Wirbelsäule schließt sich an das Kreuzbein das Steißbein an (Abb. 3).1–3 Das Steißbein besteht typischerweise aus 4 verschmolzenen Wirbeln.3 Die Anzahl der fusionierten Wirbel kann aber zwischen 3 bis 5 variieren.1,2 Die Größe der Wirbel nimmt nach unten hin ab, wobei lediglich der erste Steißbeinwirbel noch etwas Ähnlichkeit mit dem sonst üblichen Aufbau eines Wirbels hat.1

Aufbau der Wirbelsäule Steißbein
Abb. 3: Kreuzbein mit verbundenem Steißbein – Ansicht von hinten und vorne; Steißbein jeweils rot dargestellt

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Literatur
  1. Sobotta, J. Sobotta, Atlas der Anatomie Band 1: Allgemeine Anatomie und Bewegungsapparat. (Urban & Fischer in Elsevier, 2017).
  2. Waschke, J., Böckers, T. M. & Paulsen, F. Sobotta Lehrbuch Anatomie. (Elsevier Health Sciences, 2019).
  3. Palastanga, N. & Soames, R. Anatomie und menschliche Bewegung – Strukturen und Funktionen. (Elsevier, Urban & Fischer Verlag, 2015).

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