Geschlechtsverkehr und Sport?

Wie sieht’s aus mit Geschlechtsverkehr und Sport? Vorm Wettkampf nochmal schnell kn├Âdeln!? ­čśÇ Oder doch lieber darauf verzichten!? Mit dieser Frage besch├Ąftigen sich regelm├Ą├čig zu gro├čen Sportevents nicht nur die Medien, sondern auch die Trainer. Einige Coaches verordnen wie selbstverst├Ąndlich ein Sexverbot am Tag vorm Wettkampf, weil sie davon ├╝berzeugt sind, dass durchs Ledern die k├Ârperliche Leistungsf├Ąhigkeit beeintr├Ąchtig wird (Stefani et al., 2016; Wooten et al., 2015) und der Fokus verloren geht (Wooten et al., 2015). R├Ąuchert man den Biber, wird andererseits der Stress reduziert, die Entspannung gef├Ârdert und das Selbstbewusstsein gesteigert (Wooten et al., 2015). Aus diesem Grund gehen andere Trainer davon aus, dass Hobeln m├Âglicherweise die Performance beim Sport verbessern kann oder zumindest nicht negativ beeinflusst. Daher ├╝berlassen sie es den Athleten. Aber welcher Ansatz ist jetzt besser? Ich habe mich auf die Suche begeben und ein paar interessante Dinge herausgefunden… ­čśë

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Der Zusammenhang von Sex und Sport

Energieverbrauch beim Sex

Sex = Entspannung?

Sexentzug bedeutet Aggression, oder!?

Fazit

Literatur

Der Zusammenhang von Geschlechtsverkehr und Sport

Der Zusammenhang von Sex und Sport besch├Ąftigt die Menschheit anscheinend schon etwas l├Ąnger ­čśÇ Schon in der Antike hat man sich dar├╝ber Gedanken gemacht. Damals ist man davon ausgegangen ein Verzicht auf Sex vor Turnieren steigere die sportliche Leistungsf├Ąhigkeit und f├Ârdere die Einheit von von K├Ârper und Geist. Griechische und r├Âmische P├Ądagogen haben zu dieser Zeit angenommen, dass gro├če Opfer notwendig sind, um Erfolg zu sichern (Stefani et al., 2016). Vielleicht verfechten deshalb viele Trainer heutzutage ein Sexverbot vorm Wettkampf und vertreten die Annahme eine sexuelle Unbefriedigtheit und Frustration f├╝hrt zu einer gesteigerten Aggression (Stefani et al., 2016; Wooten et al., 2015). Das eine Ejakulation das Testosteron aus dem K├Ârper zieht und dadurch die Aggression sowie Kraft reduziert wird┬á (Stefani et al., 2016).

Energieverbrauch beim Sex

Viele Coaches denken, dass Sex am Tag vor dem Wettkampf die Leistung aufgrund des hohen Energieverbrauchs negativ beeinflussen kann. Durchschnittlich werden beim Sex jede Minute etwa 3 – 4 kcal verbraucht (Frappier et al., 2013; SayfollahPour et al., 2013). Es kommt nat├╝rlich drauf an wie lange es so dauert. Wenn man(n) allerdings pro Sexeinheit nur 9 – 12 kcal verbraucht, dann h├Ąlt sich der Energieaufwand ja schon in Grenzen ­čśÇ …ok ok…vlt gibt’s ja auch einige Leute die l├Ąnger durchalten. Aber auch bei 20 min Spa├č bleibt der Verbrauch mit 60 – 80 kcal noch ├╝berschaubar (Stefani et al., 2016). Wird der Sex h├Ąrter, dann eh├Âht sich nat├╝rlich auch der Energieverbrauch. Allerdings sprechen wir hierbei ├╝ber 250 kcal pro Stunde (Wooten et al., 2015). Vergleicht man das mit dem Treppensteigen, dann kann man vlt einen besseren Bezug zum Energieverbrauch herstellen. Nimmt man die Treppen und geht 11 Stockwerke (180 Stufen) einmal rauf und einmal runter liegt der Verbrauch durchschnittlich bei etwa 29 kcal (Teh & Aziz, 2002). Wenn man also 11 Stockwerke nehmen kann ohne das man sich dabei ersch├Âpft f├╝hlt und die Leistung sinkt, dann wird also der Energieaufwand beim Knuspern scheinbar nicht wirklich ein Faktor sein der beim Wettkampf am n├Ąchsten Tag eine Rolle spielen k├Ânnte. ­čśë Schon 1995 wurde getestet, wie sich ne Runde durchnudeln 12 Stunden vor einem maximalen Laufbandtest auf die Leistung auswirkt. Die Leistung wurde durch Sex nicht negativ beeinflusst (Boone & Gilmore et al., 1995).

Geschlechtsverkehr = Entspannung?

Sex kann dabei helfen zu entspannen und so zu einer guten Nachtruhe verhelfen (Wooten et al., 2015). M├Âglicherweise f├╝hrt der Entzug von Sex sogar zu einem gest├Ârten Schlaf und verringert die Schlafqualit├Ąt (SayfollahPour et al., 2013)…Aaaabeer…Beim St├Âpseln kann es mitunter schon l├Ąnger dauern. Also nicht das blo├če Knick-Knack, sondern das ganze Drumherum. Einige Frauen wollen umworben werden…naja manchmal auch einige M├Ąnner. ­čśë Dann hier ein K├╝sschen und da ein Schmatza.┬á Naja Du wei├čt schon. ­čśÇ Ich will drauf hinaus, dass durchs Kn├Âppern unter Umst├Ąnden auch die Nacht k├╝rzer werden kann. Weniger Schlaf kann dann einen deutlichen R├╝ckgang der k├Ârperlichen Leistungsf├Ąhigkeit bedeuten (Fullagar et al., 2015; Thun et al., 2015) und somit die Performance am Tag des Wettkampfs mitunter erheblich schw├Ąchen.

Einige Sportler machen sich vor einem Wettkampf selbst ziemlich fertig. Sie denken die ganze Zeit an das Turnier oder Spiel und stressen sich dadurch Tage vorher schon enorm. Eine Runde schnackseln (Oder mehr ­čśÇ ) kann Abhilfe schaffen! Wie oben schon beschrieben kann Sex dabei helfen zu entspannen (Wooten et al., 2015). Au├čerdem beeinflusst Sex am Vortag nicht die Konzentration beim Wettkampf (Sztajzel et al., 2000).

Sexentzug bedeutet Aggression, oder!?

Durch sexuelle Befriedigung geht die Aggression im Wettkampf zur├╝ck. So ist die Annahme mancher Trainer (Stefani et al., 2016; Wooten et al., 2015). Wenn man die Frustrations-Aggressions-Hypothese heranzieht macht das Sinn. Gem├Ą├č dieser Theorie ist ein aggressives Verhalten typischerweise mit dem Erleben von Frustration verankert. Kurz gesagt: Man ist frustriert und wird dadurch aggressiv (Battigalli et al., 2015, S. 3). Es wird angenommen, dass diese Wut am Tag des Wettkampfes dazu f├╝hrt die Leistung im Wettkampf zu verbessern (Wooten et al., 2015), weil man mit mehr Biss an die Sache geht. Der Gedanke klingt gar nicht so schlecht. Allerdings muss man sich fragen, ob Sexentzug wirklich derma├čen frustriert, sodass man noch am n├Ąchsten Tag darunter leidet. Ich pers├Ânlich leide tagelang ­čśÇ …Aber es ist fraglich, ob es jedem so geht. ­čśë Also hier gibt’s auf jeden Fall noch Kl├Ąrungsbedarf.

Fazit

Es scheint also viel daf├╝r zu sprechen, dass Sex am Tag vor einem Wettkampf die Leistungsf├Ąhigkeit nicht negativ beeinflussen wird (Stefani et al., 2016; Sztajzel et al., 2000). Die Untersuchungen die dazu durchgef├╝hrt wurden sprechen daf├╝r mindestens 10 Stunden vor dem Wettkampf zu sexeln. Geht’s allerdings 2 Stunden vorm Wettkampf zur Sache, so scheint eine negative Wirkung wahrscheinlich (Stefani et al., 2016; Sztajzel et al., 2000). M├Âglicherweise kann Sex am Vortag eher noch dabei helfen die Leistung im Wettkampf hochzuhalten ( ­čśë ), indem Stress reduziert und Entspannung gef├Ârdert wird (Sztajzel et al., 2000).

Allerdings ist auf diesem Gebiet noch viel Forschungsbedarf notwendig. Wissenschaftliche Studien die die hormonelle Wirkung von Sex im Bezug zur sportlichen Leistung untersuchen bleiben momentan noch aus. Die meisten Studien zu der Thematik wurden an M├Ąnnern durchgef├╝hrt. Daher sollte auch die Frage beantwortet werden, wie sich Sex auf die Leistungsf├Ąhigkeit bei beiden Geschlechtern auswirkt. Dar├╝ber hinaus ist es interessant zu wissen, welche Effekte Sex auf verschiedene Sportarten hat. Auch die Rolle des H├Âhepunkts ist nicht hinreichend gekl├Ąrt. Au├čerdem bleibt bislang die Frage offen, wie sich die Masturbation auf die sportliche Leistungsf├Ąhigkeit auswirkt (Stefani et al., 2016).

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Literatur

Battigalli, P, Dufwenberg, M. & Smith, A. (2015). Frustration and Anger in Games. CESifo Working Paper Series No. 5258. Available at SSRN: https://ssrn.com/abstract=2591839

Boone, T. & Gilmore, S. (1995). Effects of sexual intercourse on maximal aerobic power, oxygen pulse, and double product in male sedentary subjects. The journal of sports and medicine and physical fitness. Volume 35 (3). pp. 214 – 217.

Frappier, J., Toupin, I., Levy, J. J., Aubertin-Leheudre, M. & Karelis, A. D. (2013). Energy expenditure during sexual activity in young healthy couples. Plos one. Volume 8 (10).

Fullagar, H. H. K., Skorski, S., Duffield, R., Hammes, D. Coutts, A. J. & Meyer, T. (2015). Sleep and atheltic performance: The effects of sleep loss on exercise performance, and physiological and cognitive responses to exercise. Sports medicine. Volume 45. pp. 161 – 186.

SayfollahPour, P., Heidary, M. & Mousavi, M. (2013). A psychological consideration of sexual activity impact upon sporting performance: An overview. International journal of academic research in business and social sciences. Volume 3. Number 5.

Stefani, L., Galanti, G., Padulo, J., Bragazzi, N. L. & Maffulli, N. (2016). Sexual activity before sports competition: A systematic review. Frontiers in physiology. 7:246.

Sztajzel, J., Periat, M., Marti, V., Krall, P. & Rutishauser, W. (2000). Effect of sexual activity on cycle ergometer stress test parameters, on plasmatic testosterone levels and┬á on concentration capacity. A study in high-level male athletes performed in the laboratory. The journal of sports medicine and physical fitness. Volume 40 (3). pp. 233 – 239.

Teh, K. C. & Aziz, A. R. (2002). Heart rate, oxygen uptake, and energy cost of ascending and descending the stairs. Medicine & science in sports & exercise. Volume 34. Number 4. pp. 695 – 699.

Thun, E., Bjorvatn, B., Flo, E., Harris, A. & Pallesen, S. (2015). Sleep, circadian rhythms, and athletic performance. Sleep Medicine Reviews. Volume 23. pp. 1 – 9.

Wooten, M. H., Bennett, B. & Holland Fiorentino, L. (2015). Perceived role of sexual activity on a collegiate athlete’s performance. The international journal of kinesiology in higher education. Volume 26. Number 2. pp. 18 – 22.

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