Übungsausführung einfach erklärt

Reverse Butterfly: Ausführung, Muskeln und häufige Fehler

Der Reverse Butterfly, auch Reverse Fly genannt, ist eine Übung für die hintere Schulter und den oberen Rücken. Du kannst ihn mit einem Widerstandsband, Kurzhanteln, am Kabelzug oder an der Maschine ausführen. In diesem Artikel erfährst du, welche Muskeln mitarbeiten, wie du die Übung sauber ausführst und worauf du bei der Technik achten solltest.

Person führt Reverse Butterfly mit Widerstandsband aus mit anatomischer Markierung an hinterer Schulter und oberem Rücken
Der Reverse Butterfly trainiert vor allem die hintere Schulter und Muskeln des oberen Rückens. Bildhinweis: Dieses Bild wurde KI-generiert und dient der illustrativen Darstellung.

Kurzantwort: Was trainiert der Reverse Butterfly?

Der Reverse Butterfly trainiert vor allem die hintere Schulter. Zusätzlich arbeiten Muskeln des oberen Rückens mit, zum Beispiel die Rhomboiden und der mittlere Trapezmuskel. Auch die Schulterblattkontrolle spielt eine wichtige Rolle.

Die Übung eignet sich gut als Ergänzung zum Rücken- oder Schultertraining. Sie ist aber keine „Haltungs-Reparatur“ allein. Wenn du viel sitzt und deine Schultern häufig nach vorne fallen, kann der Reverse Butterfly ein sinnvoller Baustein sein – zusammen mit mehr Bewegung, passenden Zugübungen, Mobilität und bewusstem Alltagstraining.

Was ist der Reverse Butterfly?

Der Reverse Butterfly ist eine Übung, bei der du die Arme kontrolliert nach außen und hinten führst. Häufig wird die Bewegung auch als Reverse Fly, Butterfly Reverse oder bei vorgebeugter Ausführung als vorgebeugtes Seitheben bezeichnet.

Die Übung kann an einer Reverse-Butterfly-Maschine, mit Kurzhanteln, am Kabelzug oder mit einem Widerstandsband durchgeführt werden. In diesem Artikel zeige ich dir die Variante mit Band, weil sie sich gut für das Training zu Hause eignet.

Einfaches Bild: Stell dir vor, du möchtest mit fast gestreckten Armen ein Band vor deiner Brust auseinanderziehen. Dabei arbeiten die hintere Schulter und mehrere Muskeln zwischen den Schulterblättern mit.

Welche Muskeln trainiert der Reverse Butterfly?

Der wichtigste Zielmuskel ist meist die hintere Schulter, also der hintere Anteil des Deltamuskels. Zusätzlich helfen Muskeln des oberen Rückens dabei, die Schulterblätter zu führen und die Bewegung zu kontrollieren.

Muskel / Bereich Rolle bei der Übung Einordnung
Hintere Schulter Führt den Oberarm nach hinten beziehungsweise seitlich nach hinten. Wichtigster Zielbereich beim Reverse Butterfly.
Rhomboiden Unterstützen das Zusammenführen und Kontrollieren der Schulterblätter. Arbeiten im oberen Rücken mit, aber nicht isoliert.
Mittlerer Trapezmuskel Hilft bei der Schulterblattkontrolle und beim Zurückführen der Schulterblätter. Besonders relevant, wenn die Bewegung sauber und ohne Schwung ausgeführt wird.
Rotatorenmanschette Stabilisiert das Schultergelenk während der Bewegung. Wichtig für kontrollierte Schulterposition.

Hinweis: Auf kleinen Displays kannst du die Tabelle seitlich scrollen.

Wenn du die hintere Schulter allgemein besser verstehen möchtest, findest du hier den passenden Überblick: Hintere Schulter trainieren.

Reverse Butterfly im Video

Im Video siehst du die Reverse-Butterfly-Variante mit Widerstandsband. Das hilft dir, Tempo, Armführung und Schulterposition besser einzuordnen.

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Reverse Butterfly Ausgangsstellung

In der Ausgangsstellung hältst du das Band vor dem Körper. Das Band sollte bereits leicht unter Spannung stehen. Die Ellenbogen sind nur leicht gebeugt und zeigen eher nach außen.

Olaf Henning zeigt die Ausgangsstellung des Reverse Butterfly mit Widerstandsband von der Seite
Reverse Butterfly Ausgangsstellung: Das Band ist leicht gespannt, die Arme sind vor dem Körper und die Ellenbogen bleiben leicht gebeugt.
  • Band schulterbreit fassen: Greife das Band ungefähr schulterbreit oder etwas breiter.
  • Leichte Vorspannung: Das Band sollte nicht komplett locker sein.
  • Ellenbogen leicht beugen: Die Arme bleiben fast gestreckt, aber nicht hart durchgedrückt.
  • Aufrechte Haltung: Brustkorb ruhig halten, Schultern nicht hochziehen.

Reverse Butterfly Ausführung: Schritt für Schritt

Aus der Ausgangsstellung ziehst du das Band kontrolliert auseinander. Dabei sollen die Arme nach außen und leicht nach hinten geführt werden. Die Schulterblätter dürfen sich annähern, aber du solltest nicht übertrieben ins Hohlkreuz ausweichen.

  1. Startposition einnehmen: Halte das Band vor dem Körper und baue leichte Spannung auf.
  2. Band auseinanderziehen: Führe die Arme kontrolliert nach außen und leicht nach hinten.
  3. Ellenbogenposition halten: Die Ellenbogen bleiben leicht gebeugt und verändern ihre Position nur wenig.
  4. Schulterblätter kontrollieren: Ziehe die Schulterblätter sanft zueinander, ohne die Schultern hochzuziehen.
  5. Endposition kurz halten: Halte die Spannung kurz und atme weiter.
  6. Langsam zurückführen: Lasse das Band kontrolliert zurück, ohne die Spannung komplett zu verlieren.
Olaf Henning zeigt die Endstellung des Reverse Butterfly mit Widerstandsband von der Seite
Reverse Butterfly Endstellung: Das Band ist auseinandergezogen, die Ellenbogen bleiben leicht gebeugt und die Bewegung wird kontrolliert gehalten.

Wichtig: Verwende bei dieser Übung lieber ein leichteres Band. Beim Reverse Butterfly brauchst du meist deutlich weniger Widerstand als bei großen Zugübungen.

Reverse Butterfly Varianten

Du kannst den Reverse Butterfly je nach Ausstattung und Trainingsziel unterschiedlich ausführen. Wichtig bleibt immer: Die Bewegung soll kontrolliert sein und die Schulter soll sich gut anfühlen.

Mit Widerstandsband

Gut für zu Hause und für Einsteiger. Der Widerstand steigt, je weiter du das Band auseinanderziehst.

Mit Kurzhanteln

Häufig als vorgebeugtes Seitheben ausgeführt. Hier arbeitest du stärker gegen die Schwerkraft.

An der Maschine

Die Reverse-Butterfly-Maschine führt die Bewegung stärker. Griff- und Handposition können die Muskelaktivität beeinflussen.

Am Kabelzug

Sehr gut dosierbar und mit gleichmäßigerem Widerstand. Besonders praktisch im Fitnessstudio.

Griffposition: Bei einer Untersuchung an der Reverse-Butterfly-Maschine zeigte eine neutrale Handposition eine hohe Aktivität der hinteren Schulter. Für die Bandvariante ist das nicht automatisch 1:1 gleich, aber ein neutraler, angenehmer Griff ist in der Praxis oft ein guter Startpunkt.2

Häufige Fehler beim Reverse Butterfly

Viele Fehler entstehen, weil das Band zu stark ist oder die Bewegung zu schnell ausgeführt wird.

Fehler Woran du ihn erkennst Besser so
Band zu stark Du kannst die Endposition kaum kontrollieren oder musst stark ausweichen. Leichteres Band wählen und sauber arbeiten.
Zu viel Schwung Die Arme werden ruckartig auseinandergerissen. Langsam ziehen, kurz halten und langsam zurückführen.
Schultern ziehen hoch Der Nacken spannt stark an und die Schultern wandern Richtung Ohren. Schultern locker lassen und Widerstand reduzieren.
Ellenbogen werden stark gebeugt Die Bewegung sieht eher wie Rudern aus. Ellenbogen nur leicht gebeugt halten.
Hohlkreuz oder Ausweichen Du lehnst dich zurück oder drückst den Brustkorb stark nach vorne. Rumpf ruhig halten und Bewegungsumfang reduzieren.

Hinweis: Auf kleinen Displays kannst du die Tabelle seitlich scrollen.

Wie oft solltest du Reverse Butterfly trainieren?

Für viele Trainierende reichen 2 bis 3 Einheiten pro Woche als Ergänzung zum Rücken- oder Schultertraining. Die Übung eignet sich besonders gut am Ende des Trainings oder als leichter Aktivierungsblock.

Ziel Empfehlung Hinweis
Einsteiger 2 bis 3 Sätze à 10 bis 15 Wiederholungen Leichtes Band und langsame Ausführung.
Muskelaufbau 2 bis 4 Sätze à 8 bis 15 Wiederholungen Widerstand nur steigern, wenn die Technik sauber bleibt.
Schulterblattkontrolle 2 bis 3 Sätze à 12 bis 20 kontrollierte Wiederholungen Nicht bis zur völligen Erschöpfung arbeiten.
Warm-up / Aktivierung 1 bis 2 kurze Sätze mit leichtem Widerstand Gut vor Rücken- oder Schultertraining.

Hinweis: Auf kleinen Displays kannst du die Tabelle seitlich scrollen.

Willst du deine Übungstechnik besser prüfen?

Beim Reverse Butterfly entscheiden kleine Technikdetails darüber, ob du wirklich die hintere Schulter und den oberen Rücken kontrolliert trainierst. Mit der kostenlosen Übungstechnik-Checkliste kannst du Kraftübungen strukturierter beurteilen.

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Wann kann ein individueller Technikcheck sinnvoll sein?

Wenn du beim Reverse Butterfly vor allem den Nacken spürst, die Schulter unangenehm zieht oder du nicht weißt, welches Band zu dir passt, kann ein Technikcheck sinnvoll sein.

Ein externer Blick kann helfen, Bandstärke, Griffposition, Bewegungsumfang und Schulterblattkontrolle besser einzuordnen.

Mehr zum Technikcheck & Personal Training

Transparenzhinweis: Dieser Link führt zu einem eigenen oder verbundenen externen Angebot. Die Empfehlung erfolgt nur, weil sie fachlich zum Thema passt.

Quellenzuordnung im Artikel

Die folgende Übersicht zeigt, welche Quellen die wichtigsten fachlichen Aussagen dieses Artikels stützen.

Aussage / Inhalt Zugeordnete Quelle
Der Reverse Butterfly beansprucht die hintere Schulter und wird als horizontale Abduktionsbewegung beziehungsweise Reverse-Fly-Bewegung eingeordnet. Schoenfeld et al., 2013
Rhomboiden und mittlerer Trapezmuskel unterstützen die Kontrolle und das Zurückführen der Schulterblätter. Kisner, Colby & Steffens, 2010
Griff- und Handposition können bei einer Reverse-Fly-Maschinenvariante die Muskelaktivität der hinteren Schulter und des Infraspinatus beeinflussen. Schoenfeld et al., 2013
Die Übertragung der EMG-Ergebnisse von der Maschine auf die Bandvariante sollte vorsichtig erfolgen, weil Gerät, Widerstandsverlauf und Ausführung unterschiedlich sind. Vorsichtige trainingspraktische Einordnung auf Basis von Schoenfeld et al., 2013
Technikhinweise zu Schulterblattkontrolle, leichter Ellenbogenbeugung, langsamer Ausführung und angepasstem Widerstand. Kisner, Colby & Steffens, 2010; trainingspraktische Ableitung aus Übungsfunktion und Belastungssteuerung

Hinweis: Auf kleinen Displays kannst du die Tabelle seitlich scrollen.

Häufige Fragen zum Reverse Butterfly

Welche Muskeln trainiert Reverse Butterfly?

Reverse Butterfly trainiert vor allem die hintere Schulter. Zusätzlich arbeiten Rhomboiden, mittlerer Trapezmuskel und weitere Muskeln des oberen Rückens und der Schulterblattkontrolle mit.

Ist Reverse Butterfly gut für die hintere Schulter?

Ja, Reverse Butterfly ist eine sehr passende Übung für die hintere Schulter, besonders wenn du die Arme kontrolliert nach außen und hinten führst.

Kann ich Reverse Butterfly zu Hause trainieren?

Ja. Mit einem leichten Widerstandsband kannst du Reverse Butterfly gut zu Hause ausführen. Wichtig ist, dass das Band nicht zu stark ist.

Was ist der Unterschied zwischen Reverse Butterfly und Reverse Fly?

Im Alltag werden beide Begriffe häufig ähnlich verwendet. Reverse Butterfly meint oft die Maschinenvariante, Reverse Fly kann auch Band-, Kabelzug- oder Kurzhantelvarianten beschreiben.

Warum spüre ich Reverse Butterfly im Nacken?

Häufig sind das Band oder Gewicht zu schwer, oder du ziehst die Schultern zu stark nach oben. Reduziere den Widerstand und achte darauf, die Schultern nicht zu den Ohren zu ziehen.

Hilft Reverse Butterfly gegen Rundrücken?

Reverse Butterfly kann ein sinnvoller Baustein sein, um den oberen Rücken und die Schulterblattkontrolle zu trainieren. Eine einzelne Übung behebt einen Rundrücken aber nicht automatisch.

Autor und fachliche Einordnung

Dieser Artikel wurde von Olaf Henning erstellt. Olaf hat u. a. einen M.Sc. in Clinical Exercise Science, einen M.A. in Sportwissenschaft und einen B.Sc. im Bereich Sport und Leistung. Ziel des Artikels ist eine verständliche, sportwissenschaftlich eingeordnete Erklärung zur Übung Reverse Butterfly.

Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Diagnostik oder individuelle Therapie. Bei Schmerzen, Verletzungen oder wiederkehrenden Beschwerden solltest du die Ursache fachlich oder medizinisch abklären lassen.

Literatur

  1. Kisner, C., Colby, L. A., & Steffens, M. (2010). Grundlagen der Physiotherapie: Vom Griff zur Behandlung. Thieme.
  2. Schoenfeld, B., Sonmez, R. G. T., Kolber, M. J., Contreras, B., Harris, R., & Ozen, S. (2013). Effect of hand position on EMG activity of the posterior shoulder musculature during a horizontal abduction exercise. The Journal of Strength & Conditioning Research, 27(10), 2644–2649.
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